Anfang der Woche gab es ja viel Bohey um Bottlenose, eine neue Plattform, die einem dabei helfen soll, in der Informationsflut nicht unter zu gehen. Das ist ein Thema, dass mich schon seit langem umtreibt. Ich glaube fest daran, dass wir effiziente Algorithmen dafür brauchen werden, und, dass es nicht ausreichen wird, einfach nur den richtigen Menschen (per Twitter, Facebook, Google oder RSS) zu “folgen”. Siehe dazu auch Die persönliche Zeitung – die Zeit ist reif!

Bottlenose geht genau in diese Richtung. Und dahinter steht immerhin Nova Spivak, der schon ein paar coole Projekte im Netz hochgezogen hat. Einige Artikel haben Bottlenose deshalb sogar schon einen Gamechanger genannt. Ich habe mir das Teil mal eine halbe Stunde vorgenommen und …

Tscha, also “Das Epochale” daran geht irgendwie an mir vorbei. Es ist ein wirklich cool gemachter News-Aggregator, der zunächst einmal eine Analyse meiner Twitter- und Facebook-Streams vornimmt, daraufhin Artikel selektiert und weitere vorschlägt. Wannimmer ich einen Post lese, kann ich dessen Quelle, Autor oder die Hashtags da drin markieren und diese abonnieren. Mit so genannte “Assistenten” kann ich komplexere Filter definieren, die Beiträge vorschlagen, die für mich relevant sind/sein könnten.

Wirklich neu ist das nicht. Aber es ist gut umgesetzt. Oft ist es ja die Umsetzung, die entscheidend ist.

Es macht Spaß mit Bottlenose herumzuspielen und vor allem die grafischen Darstellungen (Topic-maps) zu nutzen, um sich durch den News-Strom zu bewegen. Ich denke, dass das Teil nach eine Weile der Benutzung und Anpassung ganz gut findet und filtert. Ob das wirklich klappt, werde ich mir in den nächsten zwei Wochen einmal ansehen. Aber …

Mir kommt das alles ziemlich kompliziert und verdammt geekig vor. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das das viele “normale Menschen” nutzen werden. Die Technologie dahinter mag nett sein – genau kann ich das nach dieser kurzen Zeit nicht sagen – aber in der vorliegenden Form ist das ganz sicher nicht massentauglich.

Bottlenose wird natürlich auch eine API bieten. Irgendwo habe ich auch gelesen, dass das System interne Module (Apps?) unterstützen wird, die Funktionalität des Systems und des Frontends erweitern können. Vielleicht kommt so etwas einfacher nutzbares heraus. Momentan ist das ein Spielzeug für Geeks.

Warnung, es mag sein, dass momentan nicht jeder Leser bei Bootlenose “reinkommt”, der es selbst mal ausprobieren möchte. Momentan werden nur Accounts von Usern mit einem Klout-Score über X eingelassen. X liegt aktuell, glaube ich bei 30, soll aber demnächst gesenkt werden.