Die Idee hinter der Cloud-Plattform OnLive ist grandios: HighEnd-Games (oder auch die Software für den Einstieg in virtuelle Welten wie Second Life o.ä.) läuft auf spezialisierten Servern, stabil und ohne jedes Kompatibilitätsproblem. Man braucht lediglich noch einen Tablet PC oder eine billige kleine Kiste am Fernseher, die das per Videostream aufnimmt.

Das ist kein Witz sondern funktioniert wirklich. Ganz frisch hat OnLive jetzt eine Android-App rausgebracht. Ein Update der iPad App – mit der man früher nur zusehen aber nicht aktiv spielen konnte - soll folgen.

Als jemand, der immer wieder haareraufend vor dem PC steht, wenn ein Spiel für meinen Sohnemann mal wieder eine ganz bestimmte Version von “DirectX” verlangt oder schlicht und einfach abraucht, finde ich diesen Ansatz einfach genial

Schritt 1: Adaption von Spielen mit Controller-Bedienung

Für Tablets und mobile Phones sind die meisten Highend-Games aber selbstverständlich auch von der Bedienung her nicht gebaut. OnLive umgeht diese Einschränkung auf zwei Wegen: zum Einen bietet das Unternehmen einen klassischen Game-Controller an, der per Bluetooth mit dem Table verbunden wird. Ersatzweise gibt es eine Art Software-Overlay auf dem Bildschirm, das die notwendigen Bedienelemente virtuell nachbildet (oben im Bild andeutungsweise zu sehen). Einige wenige Spiele wurden zudem auch wirklich von den Betreibern touch-gerecht modifiziert.

Schritt 2: Spiele für touch-basierte Geräte (mit Cloud-Rendering Unterstützung)

Wenn ich in der Headline aber von “die Zukunft” rede, meine ich damit auch Spiele und Spielkonzepte, die an eine solche Umgebung angepaßt sind. Viele Genres, in denen die Kombination von Schnelligkeit und Präzision eine große Rolle spielen (was auf einem internet-abhängigen Tablet nicht einfach zu realisieren ist), sind ja für eine Hardcore-Zielgruppe optimiert, in der die höchsten Wachstumsraten vorbei sind. Andere Spielekonzepte, die von hoher visuelle Qualität profitieren, aber auch für “langsamere” Zielgruppen attraktiv sind, passen wunderbar auf die Plattform “Tablet”.

Mein Wunsch für Weihnachten 2012

Ich denke da zum Beispiel an die Roleplay-Games der Final Fantasy Reihe. Die Serie lebt von der visuellen Attraktivität der Szenerie und den kitschigen Cut Scenes (bzw. der romantischen Story) und nicht unbedingt von der herausfordernden Action. Für einen direkten Port von Spielen wie Final Fantasy X, XII oder älter wäre OnLive natürlich überflüssig. Deren Anforderungen an Grafikleisting schafft ein iPad locker. Aber die visuelle Qualität eines Final Fantasy XIII auf einem iPad zusammen mit einem touch-kompatiblen Combat System … das wäre schon etwas, das sicherlich seinen Markt finden würde.

Ich denke, solche Spiele – bzw. angepasste Versionen – werden wir in den kommenden Jahren auf OnLive und verwandten Plattformen neben der normalen Hardcore Games finden. Oder interactive novels in der Art der Rockstar Games (Grand Theft Auto, MAx Payne, L.A. Noire etc.). Tablets könnten dafür ein wunderbares Auslieferungsmedium sein – und OnLive oder eine ähnliche Cloud-Plattform garantiert die visuelle Opulenz.