Thriller, wie Daemon und Darknet oder zynische Blogs, wie die von John Robb, lese ich gern. Das ist spannender Food for Thought Aber alles in mir widersetzt sich normalerweise der Theorie, dass das real ist, dass sich unsere Gesellschaft wirklich in diese Richtung bewegt: skrupellose, machtgierige Menschen, die sich verschwören, demokratische Institionen unterwandern oder enfach “kaufen” und unter dem Vorwand, die Nation zu retten, versuchen, eine brutale Diktatur von Plutokraten und alten Eliten errichten.

Beängstigend ist aber schon, wie viel von dem, was gerade in der realen Welt passiert, in ein solches Schema hineinpassen würde :(

Primär denke ich dabei schon an die teilweise ziemlich brutale Niederschlagung der Occupy-Wall-Street-Proteste in den USA und die recht effektiven Versuche, die Presse von der Berichterstattung darüber abzuhalten. Das ist aber nur die offensichtlichste Form dieses Trends.

Auch die immer offensichtlichere Aufspreizung der Einkommensentwicklungen in den Industrienationen, die brutale Klientelpolitik der westlichen Regierungen zugunsten des Finanzsektors, der hohe Anteil von “Reichen” in der US-Legislative, der Wechsel von ranghohen Bankenmitarbeitern (oder -Beratern) in Regierungsfunktionen (Fachleute), “legale” Inhaftierungen ohne Verurteilung oder Richterbeschluß, das ständige Bemühen nahezu aller Regierungen um immer invasivere elektronische Überwachungssystem, die Übertragung von hoheitlichen Aufgaben an private Sicherheitsdienste, die Bezahlung von Polizisten durch Privatunternehmen etc. … alles das passt so beängstigend gut in diese Szenarien.

Oder, um mit Naomi Wolf zu sprechen: Fascist Amerika in 10 Easy Steps (was grundsätzlich nicht auf Amerika beschränkt ist). Der Text ist übrigens von 2007.