Für die MobileTech Conference, heute in Mainz, bin ich gebeten worden, ein kurzes Statement zum Thema “Nutzer und Nutzen im mobilen Internet” abzugeben. Habe ich natürlich gerne gemacht – wenn mir auch hinterher aufgefallen ist, dass ich zum Nutzer nicht schrecklich viel gesagt habe :)

Was mir dabei aber aufgefallen ist, war die Tatsache, wie schwierig es für mich ist, über das Besondere am Mobile Web nachzudenken. Tatsächlich nutze ich das Web inzwischen mindestens genau so intensiv mit mobilen Endgeräten wie mit stationären PCs oder Notebooks. Das liegt einfach dran, dass die mobilen Geräte einfach “immer dabei” sind.

Aber Smartphones und Tablets sind nicht allein leistungsfähige Immer-dabei-Computer. Sie schlagen auch die Brücke zwischen der digitalen und der physischen Welt, in der sich ja nach wie vor der weitaus größte Teil aller Interaktionen im Berufs- und Privatleben – und auch der geschäftlichen Transaktionen – abspielt. Tatsächlich liegt genau hier das größte Wachstumspotential im mobilen Markt.

Smartphones, Tablets und andere innovative, mobile Endgeräte sind ständig bei ihrem Besitzer, sind always-on, verfügen über die “Intelligenz” eines leistungsfähigen PCs, wissen stets genau, wo sie sind und sind sich dank Kamera und Lagesensoren ihrer Umgebung sehr bewusst. Über WLAN und bald über NFC-Kommunikation können sie mit intelligenten Geräten in der nahen Umgebung unmittelbar Kontakt aufnehmen, Daten austauschen und aufeinander Einfluss nehmen.

Die heute verfügbaren location-based Services, Augmented Reality Anwendungen und location-based Ansätze für Gamification sind nur die Spitze eines Eisbergs. In den kommenden Jahren wird es zu einer Vielzahl neuer Anwendungsmodelle und in Konsequenz unter anderem zu dramatischen Verschiebungen im Kräfteverhältnis zwischen Hersteller, Handel und Konsument kommen. Wenn Verbraucher beispielsweise – einzelne Anwendungen dieser Art existieren ja schon – in Zukunft ihr Smartphone dazu nutzen, am POS schnell zu checken, wie ökologisch ein Produkt wirklich hergestellt wird, wie viel es online kostet oder wo es in der unmittelbaren Nähe noch angeboten wird, kann das nicht ohne Folgen bleiben. Und das sind nur Anwendungsbeispiele, die schon jetzt absehbar sind.

Bis heute gehen leider nur sehr wenige Unternehmen diese unmittelbar bevorstehende Herausforderung bewusst und pro-aktiv an.