Wer meine Online-Aktivitäten in den letzten Wochen etwas verfolgt hat, wird bemerkt haben, dass mein Interesse am Thema “Gamification” wieder erwacht ist. Tatsächlich ist dieses Thema eines, dass mich seit Jahren umtreibt (Siehe Erfolgreiche Communities funktionieren wie Spiele von Anfang 2007). Jüngst hat sich in diesem Umfeld aber viel getan und Gamification ist zu einem echte Hype geworden – mit allen positiven und negativen Begleiterscheinungen.

Würfel (Dice) (cc) by http://www.flickr.com/photos/sean_hickin/

Zu diesem wiedererwachten Interesse in der Online-Branche an diesem Thema haben sicherlich erfolgreiche Projekte wie Foursquare und Nike+ beigetragen, die in ganz unterschiedlichem Kontext gezeigt haben, wie man User-Engagement und virale Effekte durch den Einsatz von (sozialen) Spielemechaniken verstärken kann – wenn man es denn richtig macht. Gerade das – richtig machen – liegt mir sehr am Herzen. Tatsächlich habe ich kürzlich sogar ein eigenes Blog dazu installiert, Intelligent Gamification, das sich mit cleveren, nachhaltigen Ansätzen für den Einsatz von Gamification-Strategien beschäftigt. Das ist – gerade hier in Deutschland, wo man außerhalb des reinen Hypes noch wenig zum Thema wahrnimmt – m.E. bitter nötig.

Da Gamification aktuell ein echter Hype ist, stürzen sich selbstverständlich viele darauf und versuchen, durch stumpfe Nutzung typischer Mechaniken wie Punktesysteme, Titeln und Badges Online-Plattformen aufzuwerten und mehr User-Aktivität zu generieren. Das kann nicht lange gut gehen, weil es den Anwendern nicht wirklich “etwas bringt”. Der große Theoretiker und Praktiker der Spielebranche, Richard Bartle, hat kürzlich genau das in einer flammenden Rede (online Präsentation) angeprangert: Too Much of a Good Thing. Die Gefahr, dass das Thema durch solche hirnlosen Aktivitäten übermotivierter Marketeers verbrannt wird, ist tatsächlich konkret. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Wie gesagt, wer mehr über meine Gedanken zum Thema (sowie News und Grundlagen etc.) zum Thema Gamification erfahren möchte, kann bei Intelligent Gamification vorbeischauen oder sich das in seinen Feedreader legen.

Wer in kompakter Form eine Plattform erleben möchte, in der nahezu alle Spielemechaniken eingesetzt werden, die im Gamification-Umfeld eine Rolle spielen, dem sei EmpireAvenue ans Herz gelegt. Das ist eine noch relativ neue Plattform, die ein Socialmedia-Netzwerk mit einem Online-Börsenspiel verknüpft. Ich durfte darüber kürzlich einen kurzen Artikel für Netzwertig schreiben: Ein amüsanter Zeitfresser, in dem die wesentlichen Features, die interessanten Aspekte und auch die Schwächen von EmpireAvenue kurz skizziert werden. Die Headline klingt abfälliger, als es gemeint ist. EmpireAvenue ist sicherlich nichts für jedermann, aber in vieler Hinsicht wirklich interessant – und für manche eben auch unterhaltend.

Ausprobieren kann man das hier (Aber nochmals: hier werden nur die Techniken der Gamification demonstriert. EmpireAvenue ist kein Gamification-Projekt sondern ein echtes Spiel.)