Ich lese gerade All Tomorrows Parties von William Gibson, ein Spätwerk aus seinem Virtual Light/Idoru Universum. (Ich lese das übrigens als Kindle eBook auf meinem iPad; auch eine interessante Kombination,oder?) Und gerade macht eine Protagonistin eine schöne Aussage.

People don’t know what they want; Not before they see it. Every object of desire is a found object.

Da ist viel Wahres dran und es hat mich mal wieder zum Nachdenken über Marktforschung gebracht. Dieses Instrument wird m.e. oft missbraucht, in dem verständlichen Bemühen, in der Produktentwicklung Sicherheit zu suggerieren, wo Unsicherheit herrscht. Menschen zu fragen, ob sie etwas kaufen würden, wenn es das denn nun gäbe, ist in der Praxis meist eine ziemlich dämliche Idee. Die Aussagen zu dieser Frage sind mit einer sehr großen Prise Salz zu nehmen. Genauso lässt sich auf diesem Wege fast nie aus Konsumentenbefragungen ein bahnbrechendes neues Produkt entwickeln. Marktforschung kann – wenn überhaupt – nur zu Verbesserungen am Bestehenden führen (was ja auch nicht schlecht ist).

p.s.: Das soll nicht heißen, dass ich Marktforschung nicht als wichtig und sinnvoll ansehen. Im Gegenteil: ich bin zum Beispiel sehr dafür, bei der Entwicklung von Websites und Software mehr User Research zu machen. Aber hier geht es um Testing und Finetuning. Die Entwicklung von etwas wirklich Neuem bleibt immer ein Risiko. (Deswegen sind Blockbuster-Filme übrigens oft auch so langweilig. Produzenten packen hier mehr vom “Bewährten” rein – niemals viel Neues. Das wäre zu riskant.)

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