Gestern hatte ich ein witziges Gespräch mit einer lieben Kollegin. Es ging um die ständig überall aus dem Boden spriessenden "Social Media" Applikationen und Plattformen und insbesondere um Foursquare. Und die Frage war natürlich hier auch wieder:

Wozu ist das denn eigentlich gut?

Oder anders formuliert: "Wieso sollte ein Unternehmen – in welcher Form auch immer – Foursquare nutzen?" Diese Frage ist verständlich … Ich muss aber zugeben, dass ich da bislang überhaupt noch nicht drüber nachgedacht hatte. Wenn ein paar meiner Online-Bekannten kundtun, dass sie auf einer neuen Plattform mitmachen, neige ich dazu mir grundsätzlich auch einen Account zu holen und es eine Weile auszuprobieren. Die Frage "Welchen unmittelbaren Nutzen habe ich davon" (persönlich oder als Unternehmer) ist für mich zweitrangig. Diesen Nutzen kann ich typischerweise erst dann herausfinden, wenn ich einen neuen Service selbst eine Weile lang ausprobiert habe.

Witzigerweise ist mir aber während des oben erwähnten Gesprächs gleich ein "Nutzen" von Foursquare eingefallen, der unter Umständen auch für Unternehmen interessant sein könnte (und man verzeihe mir, wenn schon tausend andere darüber gebloggt haben sollten). Der Nutzen ergibt sich aus der Natur der Plattform:

Wenn ich mich an einem bestimmten Ort befinden, und die Foursquare App auf dem iPhone aufrufe, bekomme ich gezeigt, welche Locations in meiner Nähe sind, an denen schon andere Foursquare-User "eingecheckt" haben. Und, wer das erste Mal eincheckt, bestimmt, wie der Name der Location lautet. Zu jeder Location kann zusätzlich angegeben werden, was man dort tun kann oder schon getan hat. Na? Klickts?

Ich denke, jedes Unternehmen, das an Publikumsverkehr interessiert ist – speziell Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleister etc. – sollte ein Interesse haben, in dieser Checkin-Liste aufzutauchen, wenn ein Foursquare-User seine App startet – und zwar mit einem Eintrag, in dem der Name korrekt geschrieben ist, in dem die Angebote des Unternehmens adäquat präsentiert werden etc. Und am einfachsten kann ein Unternehmen das sicherstellen, wenn es selbst (bzw. ein Mitarbeiter den ersten Checkin macht und die "Tipps" ordentlich pflegt. Kleiner Aufwand, aber – je nach mittelfristiger Beliebtheit von Foursquare – große Wirkung. Denn diesen Eintrag werden ja auch viele ander Foursquare-User nutzen. Und viele Checkins sind ein gutes Zeichen für andere (potentielle) Besucher einer Location.

Was nicht heißt, dass das die einzige "sinnvolle" Anwendung von Foursquare wäre. Ich bin sicher, da gibt es eine Menge mehr. Und den meisten Anwendern macht es einfach Spaß, Punkte zu sammeln und an diversen Locations "Bürgermeister" zu werden. Dieser "Nutzen" ist schon einmal unbestreitbar.

Posted via email from _notizen

4 Responses to Foursquare – Was soll denn das schon wieder?

  1. Heynoon says:

    Eine erste Anwendung hat vodafone gestartet: “Woche des Mayors”; siehe auch den Blog-Eintrag, http://blog.vodafone.de/2009/12/19/gewinne-vodafone-uberraschungspakete-mit-foursquare/
    P.S. Ich bin weder von S&F noch von Vodafone ,-) Ist nur eine coole Aktion!
    vg
    Martin

  2. Im St. Oberholz Berlin bekommt der Mayor eine Kaffee-Flatrate. #DigitaleBohème

  3. Flo83at says:

    Super Post, bin auch sehr überzeugt von Foursquare, zumale auch Techcrunch sehr hinter dem Produkt steht….

  4. Eine weiter App die eigentlich genau das gleiche bietet ist Aka-Aki. Mein Eindruck, Aka -Aki ist sehr viel verbreiteter und ziemlich “hip”. Es wird wohl auch intensiv als “Flirt/Kontakt”-Plattform von zumeist jüngeren Usern benutzt. http://www.aka-aki.com/

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