Wenn selbst der Spiegel schon drüber schreibt … und Videos wie das folgende zeigt:

Was mich vor allem fasziniert, ist die Tatsache, wie der Erfolg von Augmented Reality sich heute einstellt. Da Konzept ist ja beileibe nicht neu. Im Grunde ist Augmented Reality eine Art Mashup zwischen physischer Realität und virtueller. In ein Photo oder einen Videostream wird computergeneriertes Bildmaterial eingebettet, idealerweise so nahtlos, dass es der Betrachte nicht einmal merkt. Wer hier an die CGI-Effekte in modernen Filmen denkt, liegt übrigens gar nicht mal so daneben. Ein moderner Action-Film ist heute zu 50% und mehr “augmented Reality” :)

Wirklich spannend wird das aber, wenn die Realität, die ich gerade jetzt selbst durch meine eigenen Augen sehe, “augmented” wird. Möglich ist das zum Beispiel schon heute durch halbdurchsichtige LCD-Brillen, die an einen Computer angeschlossen werden. Der analysiert ständig das Bild, das ich durch die Brille sehe und ergänzt es mit virtuellen Objekten. So haben sich das die Protagonisten jedenfalls ursprünglich, Ende der 90er, vorgestellt. Leider gibt es diese Brillen bis heute nicht in akzeptabler Preis-/Leistung und Optik. Wer will schon als Borg durch die Einkaufsmeile laufen?

Der unerwartete Durchbruch des Prinzips Augmented Reality kam über Webcam und (neuerdings) über Mobiltelefone. Bei Webcams an Laptops und stationären PCs nimmt eine Webcam das Bild der realen Welt auf, mixt es mit virtuellen Elementen und stellt es auf dem Bildschirm da. Das hört sich unspektakulär an. Wer einmal für einem entsprechenden POS-Terminal gestanden hat, wie sie zum Beispiel LEGO jetzt in vielen Stores einsetzt, wird staunen. Das ist erstaunlich “immersiv” und macht richtig Spaß.

Bei Mobiltelefonen läuft es ganz ähnlich: das Bild der integrierten Kamera erscheint auf dem Display und wird laufend mit computergenerierten Inhalten ergänzt. Im simpelsten Fall sind das simple Text-Overlays. Aber auch die können nützlich sein, zum Beispiel für Anwendungen in Museen oder im Tourismus. (Letzteres featured auch der Spiel-Artikel; siehe das eingebettete YouTube-Video.) Momentan läuft das alles noch recht holperig – aber die Möglichkeiten sind schon jetzt faszinierend.

Das alles sind natürlich nur erste Schritte. Wer wissen möchte, wie Augmented Reality in wenigen Jahren unseren Alltag verändern könnte, dem sei wärmstens das Buch Rainbows End von einem meiner Lieblingsautoren, Vernor Vinge, empfohlen. Spannend, thought provoking und ziemlich ergreifend ist es auch. Neben Augmented Reality geht es auch um User Generated Content, The Internet of Things, Identity theft und und und … Wer da sagt “Ooch, Science Fiction …” sollte sich nicht täuschen. Die Bausteine dafür gibt es alle schon, die sind nur etwa  10 – 50 Mal zu groß oder zu teuer für den Masseneinsatz. Laut Moore’s Law also 6 – 12 Jahre von der Marktreife entfernt. Und bis dahin geht mit den Mitteln Webcam und vor allem Mobiltelefon einiges.

Posted via email from _notizen

  • http://www.viscomtec09.com Caro Zöller

    Mehr zum Thema augmented Reality auf der viscomtec09 am 30. September in Düsseldorf. http://www.viscomtec09.com. Die Lego-Box steht da zum ausprobieren!