Als ich mir gestern in der kleinen Konferenz-Expo während der ETech 2007 die Web-Anwendungen von thinkfree angesehen und danach selbst ein bisschen damit herumgespielt habe, ist mir nahezu die Kinnlade herunter geklappt. Es ist einfach unglaublich wie schnell und smooth diese drei Anwendungen (mehr oder weniger exakte Kopien von Word, Excel und Powerpoint) laufen.

200703281103Faszinierend daran ist auch, welchen weiten Weg die Idee “Office im Browser” in den letzten zwei Jahren genommen hat. Kurz nachdem ich Ende 2004 mit dem Bloggen begann, kamen die ersten Web-Applikationen moderner Prägung auf den Markt. Und Frühjahr/Sommer 2005 bekam ich dann meinen ersten GMail-Account (danke, Nico) und war endgültig “hooked”. Anwendungen, die ich einfach im Browser nutzen kann, die immer auf dem letzten Versionsstand sind, keinerlei Zicken mit Viren machen, bei denen ich mich nicht um Backups kümmern muss etc. Im Gegensatz zu den allerersten Experimenten mit Web-Applikationen war GMail zudem so schnell und komfortabel, dass ich kurz danach komplett von Outlook umgestiegen bin und es nie wirklich bereut habe. (Verantwortlich dafür für eine Technologie, die ein Jahr später den knackigen Namen Ajax erhielt.)

Trotzdem war das natürlich alles sehr limitiert. Zum Schreiben von Emails gab es zwar einen einfachen “Richtext-Editor”. Mit Word konnte man das aber beim besten Willen nicht vergleichen. Aber es war “good enough”.

200703281054Was die thinkfree-Anwendungen jetzt – nur zwei Jahre später – bieten, hat mit “good enough” nicht mehr viel zu tun. Alle essentiellen Features von Word, Excel und Powerpoint werden sauber nachgebildet. Das Maximum an Komfort wird zwar erst mit der Java-Variante erreicht. Auch die parallel verfügbaren Ajax-Versionen sind aber sehr gut.

Kombiniert wird das ganze mit sauber implementierten Kollaborationsfunktionen, Tagging, Kommentaren, Ratings und der Idee, Dokumente auf einem offenen Marktplatz zum Austausch anzubieten. (Man MUSS seine Doks natürlich nicht zum Austausch anbieten. Und Unternehmen, die noch weniger Offenheit für ihre vertraulichen Dokumente wünschen, können sich einen eigenen Server hinter die Firewall stellen.)

Ich hatte bislang nur ein, zwei Stunden Zeit mit dieser Office-Suite zu spielen. Aber, wenn ich heute die Arbeitsplätze einer kleineren (oder auch eine größeren) Firma mit Office-Applikationen ausstatten müßte, würde ich mir thinkfree sehr genau ansehen. Ja, die Kompatibilität mit Microsoft-Office-Dokumenten ist ganz ausgezeichet. Der Datenaustausch funktioniert in beiden Richtungen!

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  • http://crueltobekind.org Nicole Simon

    Was genau eines der Dinge ist, die Thinkfree auszeichnen gegenüber all den anderen Versuchen:
    Kompabilität und Look and Feel was nahe genug dran ist.

  • http://www.mediacoffee.de/klauspeterfrahm KPF

    Naja, auf meinem MacBook läuft das Ding ziemlich kantig und müde, erinnert mich eher an meine Applet-Versuche aus den 90ern, nur das es schicker ausieht. Oder mache ich da was falsch?

  • http://notizen.typepad.com Markus Breuer (Pham Neutra)

    Keine Ahnung … ich habe es auf einem alten PowerBook getestet und war mit der Performance sehr zufrieden. Langsamer als eine “native application” aber vollkommen problemlos nutzbar.