LegosteinHeute morgen bat mich der liebste Sohn von allen einmal wieder, ihm mal eben schnell einen kleinen LEGO-Renner zusammenzubauen. Aber gerne. Aus “mal eben schnell” wurde dann aber eine Stunde. Nicht, weil das Teil so kompliziert gewesen wäre, sondern, weil es Dutzende von einmaligen Spezialbauteilen benötig – die ich erst einmal in 8 prallvollen Schachteln finden mußte.

Ach, war das schön, damals in der guten alten Zeit! Damals, als es alles in allem ein Dutzend verschiedene LEGO-Bausteine gab, in 4 Farben, mit denen mal Alles bauen konnte, ALLES! Ich hatte nie genug 8er. Heute ist Bauen mit LEGO zu 90% Suchen. Und jede neue Schachtel, enthält neben ein paar schon irgendwie bekannten, ein Dutzend neue, absolut einmalige Bauteile, die für diese Teile aber UNBEDINGT nötig sind.

Das erinnert mich an ein Gespräch Anfang der Woche mit einem unserer Software-Entwickler. Warum er denn nicht das Modul verwendet, das sein Kollege letztes Jahr mit viel Mühe perfekt wiederverwendbar gemacht und liebevoll dokumentiert hat. “Och….” Das wäre eben nicht so genau gewesen, was er gebraucht hat. Und dann die Doku. Augenroll. Das hätte vermutlich Ewigkeiten gedauert, bis er die verstanden hätte. Außerdem wäre des neue Modul viiiiiiel besser. Und effizienter!

Ja, wiederverwenden ist eben komplett uncool. Lieber ein neues Teil entwickeln, selbstverständlich perfekt modular und wiederverwendbar, wie sich das gehört. Aber ich bin mir sicher, der nächste Kollege, dem man dieses neue Modul anbietet, denkt ähnlich. Ist eben nicht genau, was er sich vorgestellt hat. Und der hat bestimmt auch eine viel bessere Idee, wie man das programmiert …

4 Responses to LEGO-Bausteine und Software-Entwicklung

  1. Gerald Steffens says:

    ich liebe solche geschichten 🙂

  2. mayari says:

    Ich kann’s genau nachvollziehen. Aus solch spezifischen Teilen was Neues zu bauen – falls dies ĂĽberhaupt noch möglich ist – hat wenig mit Kreativität zu tun, was ja die Stärke der einfachen Legoteile war.
    Sowieso schade, dass heute ein LEGO-Auto möglichst aerodynamisch aussehen muss und keine Ecken und Kanten bzw. Löcher und Erhöhungen mehr haben darf.

  3. mayari says:

    Ich kann’s genau nachvollziehen. Aus solch spezifischen Teilen was Neues zu bauen – falls dies ĂĽberhaupt noch möglich ist – hat wenig mit Kreativität zu tun, was ja die Stärke der einfachen Legoteile war.
    Sowieso schade, dass heute ein LEGO-Auto möglichst aerodynamisch aussehen muss und keine Ecken und Kanten bzw. Löcher und Erhöhungen mehr haben darf.

  4. Eli says:

    Naja, wenn man etwas sehr spezielles “erschaffen/herstellen/bauen/was auch immer” möchte, braucht man sehr spezielle Hilfsmittel und Werkzeuge, um das Resultat zu erzielen, das man haben möchte. Ob es nun Softwareentwicklung, Spieleentwicklung oder Lego ist. Da reichen dann die Allroundteile nicht mehr aus. Naja, mit viel Kreativität und Zeit kann man das bis zu einem gewissen Grad kompensieren, aber eben nicht völlig.
    “…hat wenig mit Kreativität zu tun, was ja die Stärke der einfachen Legoteile war.”
    Das stimmt. Beim Lego kann ich diese Entwicklung auch nicht gutheiĂźen.