Das Vorurteil, dass junge Leute “sowieso nur den ganzen Tag vor dem Fernseher hocken” stimmt nicht. Im Gegenteil: nach einer neuen Studie der britischen Ofcom nahm der Fernsehkonsum in der Altersgruppe der 15 – 24jährigen deutlich ab – allerdings auch die Nutzung von Zeitung, Radio, Magazinen etc. Und was machen die stattdessen? Geht die Jugend mehr nach Draußen an die frische Luft? Nein, sie setzt sich vor den PC und nutzt die Angebote im Internet.

“They are leaving the traditional media and moving towards new media. This generation has grown up with new technologies – and it is this generation for whom the uptake is instinctive.”

zitiert die BBC. Nun sind das Ergebnisse für den britischen Markt. Aber ich denke, so ganz anders wird das bei uns in Deutschland nicht aussehen.

Ofcomstudy

Irgendwie muß ich in diesem Zusammenhang an die putzigen Leserbriefe im Spiegel zu dessen Web 2.0 Titelstory denken. Wie war das noch?

Ich kann mir nicht vorstellen, beim Frühstück statt der Tageszeitung oder des SPIEGEL jemals irgendwelche Internet-Nachrichten oder Weblogs zu lesen. [...]

Nein, dieser SPIEGEL-Leser mag sich das “nicht vorstellen” können. Für die Generation nach ihm ist es eine Selbstverständlichkeit.

via PRBlogger

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  • Christoph

    Erinnert mich an die Diskussion mit meinem Mitbewohner, der die Idee hatte gemeinsam eine Lokalzeitung zu abonnieren. Ich habe ihm entgegnet das ich derartige Informationen jeden Morgen mit meiner Kaffeetasse vor meinem Rechner konsumiere. Was der nette Spiegel-Leser sich nicht vorstellen kann ist bei vielen schon Wirklichkeit….
    … aber Mist: Ich sehe gerade das ich die oben genannten Altersgruppe gar nicht mehr vertrete…

  • http://notizen.typepad.com/ Markus Breuer

    Ich auch … aber so ist das mit solchen Umfragen. Ich bin jetzt 46, nutze seit 4 Jahren kein Fernsehen mehr, höre nur sehr sporadisch Radio – sicher keine “Nachrichten” – und hole meine Informationen vorwiegend aus dem Web. Eine überregionale Zeitung und den SPIEGEL lese ich aber trotzdem noch. Das hört sich sicherlich wie eine komische Mischung an. Andererseits zeigt es, glaube ich, ganz gut, wie sich jeder Mensch seinen ganz persönlichen Mediencocktail mixen kann – und dass es da “alte” und “neue” Ingredienzien geben kann, die gerade in der Mischung ganz lecker sein könnnen.

  • http://fx3.org/blog jo

    Der Zusammenfassung nach also in etwa die gleichen Ergebnisse wie schon 2004, damals noch ohne Rückgang bei den klassischen Medien:
    “Britons are not spending more time watching TV, surfing the internet and talking on their mobile phones – they are doing all three simultaneously and becoming increasingly inattentive to television. [...]
    Figures released by Ofcom yesterday – which show that consumption of all media had risen and that our obsession with the internet had not reduced the amount of time we spend watching TV – hide underlying changes in the way we consume media, says the Henley Centre.”
    http://www.medienrauschen.de/archiv/2004/08/13/fernsehen-auf-dem-weg-zum-begleitmedium/