Großartig! Pinterest beginnt mit dem Geldverdienen

Der Ansatz ist mehr als naheliegend und ich habe mich gewundert, dass die das noch nicht eher gemacht haben: Pinterest verbiegt alle Links auf kaufbare Produkte und fügt in diese seine eigenen Affiliate-Codes ein. Von allen Umsätzen, die auf diesem Wege generiert werden, erhält Pinterest also einen (kleinen) Anteil.

Macht Sinn!

Und ich sehe das auch als vollkommen fair an. Was nicht ganz so elegant gelaufen ist: das passiert scheinbar hinter dem Rücken der Anwender und wird in den FAQs und im ToS nicht erwähnt. Das ist etwas uncool. Ich denke aber immer noch, dass ein kostenfreier Service wie Pinterest alles Recht der Welt hat, solche Erlös-Modelle zu fahren.

Cool wäre es, wenn oberhalb eines gewissen Volumens dann aber vielleicht doch die ursprünglichen Pinner an den Erlösen beteiligt würden. Andererseits könnte das interessante Auswirkungen auf das Pinverhalten haben – vielleicht auch unerwünschte? Ein spannendes Themenfeld.

Pinterest setzt dafür einen Dienst namens Skimlinks ein, der die ganze Verwaltung der Affiliatekonten und vor allem die Umwandlung der Links übernimmt. Cooler Service!
p.s.: Dass das als Riesensensation dargestellt wird, wenn ein junger Startup nahe liegende Ideen zum Geldverdienen einsetzt kann ich nicht ganz verstehen. Auch eine interessante Haltung. Kinners: diese Firmen (und Services) sind dazu da, Geld zu verdienen. Echt! :)

via 

Path saugt das komplette Adressbuch auf die eigenen Server!

Manchmal habe ich das Gefühl, dass die größte Gefahr für den Datenschutz von sorglosen, jungen Entwicklern ausgeht, die an “solche Fragen” nicht einmal denken. Das stimmt natürlich so nicht, aber, wenn man sich diese Story ansieht, wird einem schon Angst und Bang:

Die in letzter Zeit sehr beliebte mobile App Path (für iOS und Android verfügbar), saugt scheinbar bei der Installation das komplette lokale Adressbuch auf die eigenen Server; nein, nicht die Facebook-Freundesliste oder die Twitter-Follower sondern wirklich das lokale Adressbuch!

Die machen das natürlich, um feststellen zu können, ob jemand aus dem Adreßbuch sich ebenfalls anmeldet und Path-User darauf hinweisen zu können. Aber der intendierte Verwendungszweck spielt gar keine Rolle.

So etwas macht man nicht! 
… vor allem nicht ohne Opt-In. Die Reaktion des Path-CEOs zeigt glücklicherweise, trotz der klebrigen corporate PR-Soße drumherum – das ihm das unangenehm ist.

Denn sie wissen nicht, was sie tun … :(

Vielleicht macht es Sinn, dass Busines-Angel, VCs und Inkubatoren ihre jungen Koryphäen auch einmal in Sachen Datenschutz coachen. Selbstverständlich liegen im Ignorieren des Datenschutzes schöne Geschäftsmodelle. Aber hier liegen auch eine Menge juristische und Image-Risiken.

Technologische Umwälzungen und der „wahre Kern“ einer Marke

Ein Gespräch über eine große, alte deutsche Marke, die gerade im Niedergang ist, hat mir das Thema “Markenkern” wieder ins Bewußtsein geholt. Müssen große Marken eigentlich untergehen, wenn sich die technologische Umwälzungen in ihrem Geschäftsfeld abspielen? Ich denke nicht – wenn sie sich auf den tatsächlichen Kern ihrer Marke besinnen und den nicht mit dem aktuell erfolgreichen Geschäftsmodell verwechseln.

Im Zusammenhang mit dem Untergang von Kodak ist von mehreren Seiten (ich habe es zum Beispiel von Om Malik auf GigaOm gelesen), kürzlich der Aspekt Markenkern thematisiert worden. Die Geschäftsleitung auch großer Unternehmen – zum Beispiel Weltmarken wir Kodak – klammert sich zu oft an einem konkreten Geschäftsmodell fest. Ein solches Geschäftsmodell ist beispielsweise der Verkauf von Fotomaterialien, die Herstellung von Fotoabzügen, der Verkauf von Kameras etc. wie bei Kodak. Es ist eine konkrete Ausprägung des Markenkerns – der eigentlichen Mission der Marke/des Unternehmens.

Dieser Kern war bei Kodak das Festhalten wichtiger Momente im Leben (im eigenen, im Leben der Familie etc.): der „Kodak-Moment“ der im Marketing der Firma zeitweise sogar verwendet wurde. Für dieses „Festhalten und Bewahren“ war eine Zeitlang die Anfertigung von Photos und die Erstellung von Abzügen in einem chemischen Prozeß die optimale Lösung. Kodak hatte hierfür sehr gute, erfolgreiche Angebote und prosperierte.

Dann änderte sich der Markt durch technologische Neuerungen.

Kodak hätte eigene Angebote auf Basis der neuen Technologien und der geänderten Marktgegebenheiten entwickeln können – Angebote, die weiterhin „Momente festhalten und bewahren“. Das hätte aber bedeutet, dass diese neuen Angebote die momentan noch laufenden Geschäfte kanibalisiert hätten. Das erschien den Verantwortlichen widersinnig. Warum sollte man so etwas machen?

Lieber führte man ein Rückzugsgefecht im vorhandenen, immer noch sehr lukrativen Markt. Und knapp 15 Jahre später gab es kein Geschäft mehr, das man hätte verteidigen können. Eigentlich ein schönes Lehrstück. Und doch halten viele hochintelligente, hochqualifizierte und in der Vergangenheit sehr erfolgreiche Manager auch in 2012 die Kodak-Strategie wieder für „alternativlos“. Faszinierend!

Nein, ich habe diese Gedanken nicht auf Nokia bezogen :)

Die Warnung vor der “Filterbubble” hat vor allem psychologische Ursachen

+Kathrin Passig erläuterte kürzlich in einem wunderbaren Artikel in der Süddeutschen Zeitung den Background der Mahner und Warner vor der Filter-Bubble.

Für diejenigen, denen dieser Begriff nicht vertraut ist: Es ist eine These des Autors Eli Pariser (die es allerdings früher schon gab) ausführlich dargelegt in seinem Buch Wie wir im Internet entmündigt werden, das im Februar auch auf Deutsch erscheint: Die zunehmende Personalisierung von Nachrichtenquellen im Internet würde dazu führen, dass die Menschen immer mehr ihnen genehme Nachrichten sehen. Nach einer Weile haben diese Menschen dann das Gefühl, dass das “die Wahrheit” ist und alle “vernünftigen Menschen” so denken. Sie sind von einer Blase umgeben, die widerstreitende Ansichten nicht mehr durchlässt. In Deutschland ist diese Sorge vor allem durch die ansonsten sehr kluge Miriam Meckel vertreten worden.

Ich glaube diese These nicht; zumindest nicht in ihrem Absolutheitsanspruch. Zum Einen gibt es Menschen, die diese Blase genau so wollen und sie sich auch ohne Internet immer schon geschaffen haben. Zum Anderen gibt es Menschen, die nicht in einer solchen Blase leben wollen – und denen Filter- und Empfehlungssysteme sogar neue Möglichkeiten geben, divergierende, neue, anregende Ansichten zu erfahren.

Siehe auch meinen schon etwas älteren Post zum Thema Personalisierte Zeutungen.

Kathrin Passig stellt – ganz überzeugend für mich – die These auf, dass die Angst vor den Filtern im Wesentlichen auf zwei Überzeugungen beruht:

  1. Die Empfehlungsalgorithmen sind primitiv und empfehlen mir nur Dinge, die ich schon früher als interessant/gut/präferiert gekennzeichnet habe – wobei sie sogar grobe Fehler machen.
  2. Empfehlungsalgorithmen sind komplex. Oft verstehe ich nicht, warum mir ein Text, Buch, ein Musiktitel, ein Film oder eine Nachricht empfohlen werden. Da müssen doch finstere Mächte/kommerzielle Interessen im Spiel sein …

Beide Überzeugungen widersprechen sich natürlich, aber was kümmert das einen empörten Mahner und Warner?

Kritikpunkt 1 hat seine Quelle in den tatsächlich eher simplen Empfehlungsalgorithmen, wie sie Amazon, Apple und die meisten kleinen Shops und auch Zeitungen anwenden. Das ist Technologie, die inzwischen über 10 Jahre alt ist, und die tatsächlich sehr gradlinig vorgeht. Tatsächlich können moderne Empfehlungsalgorithmen ganz erstaunliche Vorhersagen machen. Sie leiten aus Filmen und Büchern, die ich mag, durchaus Empfehlungen zu anderen Werken ab, die zunächst als “völlig anders” erscheinen mögen – die mir dann aber doch überraschenderweise zusagen.

Bei diesen überraschenden Empfehlungen – und damit sind wir bei Punkt 2 – gibt es aber kaum noch menschlich verständliche Erläuterungen, wie die Empfehlungen zustande kamen. Die Algorithmen sind keine simplen Wenn-Dann-Bäume mehr. Dahinter stecken lernende Systeme. Ihre Ergebnisse sind u.U. so schwer nachzuvollziehen, wie eine Aus-dem-Bauch-Entscheidung – und funktionieren doch.

Menschen fällt es schwer, solche “undurchschaubaren” Entscheidungen zu akzeptieren – wenn sie von einem Computer kommen. Bei uns selbst und bei anderen Menschen glauben wir komischerweise an die Weisheit der Intuition ;-)

In einem Kommentar zu diesem Text auf Google+ meinte Kathrin:

Bis sich jemand diese Mühe [eines empirischen Tests] macht, gehe ich davon aus, dass menschliche Empfehlungen vor allem deshalb geschätzt werden, weil man den Empfehlungsvorgang mag oder sich wünscht, dieselben Bücher zu mögen wie der empfehlende Freund.

Witzigerweise bestätigte der nächste Kommentator genau diese These … eher ungewollt.

Erfolgreiche neue Socialmedia-Dienste – Make Love Not War

Ich hätte auch „Friede, Freude, Eierkuchen“ schreiben können, aber das wäre noch alberner gewesen. Tatsächlich steckt dahinter aber die Vermutung, dass zumindest ein Erfolgsprinzip für schnelles Wachstum von Social-Media-Diensten Zuneigung und Anerkennung ist. Diese Vermutung basiert auf der Beobachtung einiger der erfolgreichsten – am schnellsten wachsenden – neuen Online-Plattformen des letzten Jahres.

Für mich war diese Vermutung, die sich in den letzten zwei Wochen herauskristalliert hat, ziemlich überraschend. Schließlich habe auch ich die Beobachtung gemacht, dass viele Leute im Internet gerne mal richtig die Sau rauslassen. Und, wer sich große Foren wie die von SpOn oder heise ansieht, wird rasch feststellen, dass hier gezofft wird ohne Ende. Der Tenor der meisten Kommentare ist kritisch und viele Anwender scheinen nicht nur bestrebt zu sein, ihre Ansichten kund zu tun, sondern wollen offenbar auch alle Menschen mit anderen Ansichten regelrecht fertigmachen. Manche Blog-Autoren haben sich auf Beiträge voller Häme und persönlicher Angriffe spezialisiert – und ziehen eine Vielzahl treuer Leser und begeistert Beifall klatschender Fans an.

Viele Kritiker betrachten das als „typisch das Internet“? Ist das wirklich so? Auch ich habe das lange Zeit geglaubt. Aber in letzter Zeit habe ich Zweifel bekommen. Einige der in den letzten Monaten am schnellsten gewachsenen Social-Media-Plattformen sind Instagram, Tumblr, Pinterest und Path. Drei dieser Plattformen setzen stark auf „Kuration“ (also Zusammentragen und Remixing von Inhalten). Auch das scheint mir ein gutes Erfolgsrezept für schnelles Wachstum zu sein. Siehe Der Mensch an sich ist faul.

Alle vier der genannten Dienste haben aber noch ein weiteres Merkmal gemeinsam: sie fließen über vor Anerkennung, Lob, Smilies und manchmal sogar Mitgefühl und Liebe. Kann nicht sein? Doch. Wer sich die Streams von Instagram, Pinterest und Path ansieht, wird so gut wie keine Kritik, keine Widerworte, keinen Disput finden. Ähnliches gilt für Tumbler-Blogs – wo die Kommentare manchmal auch komplexer ausfallen können, aber fast immer das Lob vorherrscht. Typische Foren-Kommentare wie „Quatsch!“ oder „Was für ein Haufen Bullshit!“ wird man hier nicht finden. Das ist mit einer der Gründe, warum ich mich so gerne bei Instagram und Path „aufhalte“ – und mit mir Millionen andere.

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Der Mensch an sich ist faul – und “Kuratieren” herrlich bequem

Eine der am schnellsten wachsenden Plattformen im Social Web war in den letzten Monaten sicherlich Pinterest. Das rapide Wachstum teilt dieser Newcomer mit einer älteren Plattform: Tumblr. Und das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit der beiden Dienste. Bei beiden liegt dieKuration von Inhalten im Kern der Funktionalität. Genau das erklärt das explosive Wachstum. Und deswegen stehen sicherlich noch eine ganze Reihe von Startups ins Haus, die ähnliche Ansätze verfolgen werden.

Etwas wirklich Neues zu schaffen, oder auch nur einen ganzen – womöglich noch grammatikalisch und orthografisch korrekten – Satz zu schreiben, empfinden viele unserer Mitmenschen als einen anstrengenden Akt.

Andere arbeiten lassen

Das ist nicht weiter verwerflich. Aber es stellt ein großes Problem für neue Social-Media-Plattformen dar. Diese basieren ja oft auf dem Prinzipuser generated content (UGC). Das heißt: Inhalte, die ein Teil der Anwender online stellt (Fotos, Texte, Links etc.) machen diese Plattform für die große Mehrheit der Anwender – die lediglich konsumiert – erst attraktiv.

Das ist für das Geschäftsmodell extrem sexy: ein Teil der Anwender erzeugt unbezahlt Inhalte. Viele Andere konsumieren die und zahlen dafür – mit Pageviews, die zu Adviews werden. Die klassischen werbefinanzierte Web-Plattform ist fertig. Auf deutsch sagt man zu user generated content deshalb auch gern Andere-Arbeiten-Lassen (AAL).

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Warum Amen nicht so richtig abgeht: Das ist nur für Jungs!

Das noch relativ junge Amen ist eine wirklich coole App. Der schlichte Ansatz ist faszinierend, das Design der App großartig und die Performance (beim Matching schon vorhandener Objekte, Personen etc.) beeindruckend. Auch die Bedienung ist denkbar einfach und elegant – was natürlich auch damit zu tun hat, dass die Funktionalität extrem “schlank” ist, um es mal so neutral auszudrücken. Für eine App ist das aber kein Nachteil. Im Gegenteil. So kann jeder den Dienst sofort verstehen und ohne lange Anlernzeit nutzen.

Trotzdem hebt das Ding nicht richtig ab, scheint’s.

  

Als eine Ursache habe ich immer angesehen, dass das Teil offensichtlich mehr aus Sicht der Datenabnehmer konstruiert wurde als auch Sicht der Anwender – und die deshalb nicht so motiviert sind, ihren Content abzugeben. Das war mehr eine generelle Vermutung nach ein paar Minuten und ein paar Artikeln Sekundärliteratur. Ich kenne das wahre Geschäftsmodell hinter Amen nicht, aber es scheint mir mehr als offensichtlich zu sein, dass der Dienst möglichst eindeutige, harte Sentiments (und letztendlich Intents) seiner Nutzer ermitteln möchte – gut monetarisierbar für Werbung und Online-Vertrieb. Solche Informationen kann man selbstverständlich auch aus Twitter oder Facebook-Post herausziehen. Das ist aber mit einer hohen Ungenauigkeit behaftet: aus einem natürlich – oft kurzen, fehlerhaften mit kryptischen abgekürzten versehenen Satz – zuverlässig eine Ansicht heraus zu lesen, ist “nicht trivial” – um es vorsichtig zu formulieren.

Amen hingegen gibt klare Strukturen vor, hat Kategorien für die bewerteten Objekte (Person, Ding oder Ort) und erzwingt eine klare Entscheidung: Der/die/das Großartigste oder Größter Mist alles Zeiten. Theoretisch führt das zu Klarheit und einfacherer Auswertbarkeit.

Wer sich einmal den Amen-Stream ansieht, wird feststellen, dass die meisten Statements trotzdem eher in die Kategorie (bemüht) humorig bis albern fällt. Der Nutzen – für kommerzielle Abnehmer der Daten oder andere Menschen – scheint mir bei Statements wie den folgenden eher gering zu sein:

  • Licking It is the Best Way To Prevent People From Stealing Your Food Ever
  • The Internet is the Best Way To Distract Yourself From Doing Actual Work Ever.
  • “Put Your USB Stick In My Port” is the Best Dirty Nerd Talk Ever
  • 8 hours of sleep is the Best Investment Ever
  • Face Your Problems Don’t Facebook Your Problems is the Best Advice I’ve Heard All Day !!
  • A Handshake Where Your Counterpart Gives You The Hand Without Any Power So It Feels Like A Dead Fish is the Worst Awkward Physical Contact Ever
  • A Lego Castle is the Worst Thing To Step On In The Middle Of The Night
  • Spätzle is the Best Traditional German Food Ever
  • Laughing so hard your stomach hurts is the Best Natural High in Life Ever

Nein, das ist auch nicht irrelevanter als die meisten Tweets. Aber eben auch nicht weniger. Innerhalb von Freundeskreisen ist es aber vielleicht ein witziges Gesellschaftsspiel. Ich habe selbst habe jetzt trotzdem mal ein bisschen damit rumgespielt. Nach einem halben Dutzend Statements habe ich mich allerdings gefragt, warum ich selbst – von Natur aus sehr mitteilsam ;-) – nicht mehr Lust habe, hier meine Ansichten kundzutun.

Erkenntnis: ich bin einfach nicht selbstbewusst oder arrogant genug (<- keine gehässigen Kommentare, bitte), um viele Statements der Art THE BEST/THE WORST stuff EVER/ON EARTH etc. abzugeben. In solchen Absolutismen denke ich nicht. Und ich frage mich, wer so denkt. In einer geekigen, leicht angeberischen jungmänner-dominierten Subkultur vielleicht? Um es mal sehr klischeehaft zu formulieren:

XXX was the best rap artist. Evah! Period.
Amen, Brother!
Word!

Aus Spaß könnte ich so etwas sagen, aber ich würde es nie ernst meinen. Halte ich ein bestimmtes Musikstück, ein bestimmtes Buch, einen Autor, Komponisten, Musik, Restaurant, ein Auto, Computer, Baum, Schauspieler, Film … für THE BEST/THE WORST? Nein, für alle diese Bewertung habe ich mindestens ein halbes Dutzend Kandidaten und selbst dann würde ich das einschränkender formulieren, auf Zeiträume, Regionen, Sub-Genres etc. beziehen.

Ich frage mich, wie vielen Menschen das ähnlich geht und wie viele das von längerer Beschäftigung mit Amen abhält.

 

Die Blogger gehören in Schublade INFP!

Der berüchtigte Gunter Dueck hat endlich herausgefunden, was „Die Blogger“ wirklich vereint: Gemäß der bekannten Persönlichkeitstypologie von Myers-Briggs sind (fast) alle vom Typ INFP. Was bemerkenswert ist. In der Gesamtbevölkerung stellt dieser Persönlichkeitstyp nämlich nur einen Anteil von ca. 2% bei den Männern und 5% bei den Frauen. Bei den Bloggern sind sie laut Herrn Dueck zu mehr als 50% vertreten.

Kann das sein? Ich kann mich erinnern, mich vor rund 10 Jahren mal über die öffentliche Wahrnehmung „Der Blogger“ aufgeregt zu haben. Meine Ansicht lautete, glaube ich,

Der einzige Satz, der mit ‘die Blogger’ anfängt und uneingeschränkt stimmt, geht mit ‘betreiben ein Weblog’ zu Ende.

Habe ich mich mit diesem Rant geirrt? Vielleicht.

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Das Ende der Männer?

Heute in der Mittagspause auf Zuruf von  den Artikel The End of Men aus dem Atlantic Magazine gelesen. Interessant.

Der Artikel zeichnet ein Bild einer Gesellschaft, in der “Der Mann” zunehmend marginalisiert wird und um seine Existenzberechtigung ringen muss. Das ist nicht witzig/comedy-artig beschrieben, sondern legt nüchterne Fakten dar. Insbesondere im beruflichen Umfeld tun sich die Männer immer schwerer. Die Anforderungen der sich veränderten Wirtschaftsfeld werden von Frauen besser erfüllt. An vielen Unis sind die Frauen in der Mehrzahl, haben schon an der Schule die besseren Noten und hinterher die besseren Abschlüsse. In prestigeträchtigen Berufen klettert der Frauenanteil langsam aber sicher auf 50% … und darüber. Zumindest im Durchschnitt werden auch die Gehaltsunterschiede immer geringer. Wenn Eltern das Geschlecht ihres Kindes wählen, entscheiden Sie sich vermehrt für Jungen.

Die Autorin Hanna Rosin legt sich nicht 100% fest, aber sie schlägt als Erklärungsmodell vor, dass es die sich gewandelte Wirtschaftswelt ist, in der die körperlichen Fähigkeiten einen immer geringere Rolle spielen und mehr und mehr intellektuelle und kommunikative Fähigkeiten zählen, die diese Entwicklung unvermeidlich machen.

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Warum kein -1 wenn es doch +1 gibt – und kein Dislike neben dem Like?

Heute kam mir in einer Online-Diskussion wieder einmal die Forderung nach eimem “-1″-Button unter. Das viel mir deshalb auf, weil ich kürzlich mit Kollegen drüber diskutiert habe, wie fruchtlose Diskussionen und Flamewars entstehen und wie man sie dämpfen kann.

Auch ich habe mich vor einigen Jahren immer wieder einmal gefragt, warum es auf einigen Plattformen neben dem Thumbs-Up kein Thumbs-Down gibt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich da von selbst drauf gekommen bin – vermutlich hätte man es auch googlen können: in einer Community, in der es möglich ist, über einen anderen Menschen mit einem Mausklick den Daumen zu senken, herrscht eine ganz andere Atmosphäre als in einer, in der das nicht geht. Mobbing Storms sind viel einfacher zu entfachen.

 

Negatives Feedback – speziell unspezifisches – schreckt ab

So etwas macht manchen Menschen Spaß – siehe die Bewertungen beim Video von Rebecca Black (Rebecca Black – Friday – Official Music Video) Es gibt ja regelrechte Kampagnen, in denen dazu aufgefordert wird, Videos auf Youtube zu dissen. Junge Menschen sind dafür besonders anfällig, speziell, wenn Peer Pressure eine Rolle spielt. Der negative Seiteneffekt – abseits der fragwürdigen Moral hinter solchen Aktionen – ist, dass dadurch die Bereitschaft, eigene Beiträge online zu stellen, bei anderen Menschen sinkt.

Viele Menschen, die wertvolle Beiträge auf UGC-Plattformen bringen könnten – und gerne würden – werden durch Dislike Buttons geradezu systematisch demotiviert.

Deshalb macht es Sinn, lediglich positive Meinungsäußerungen als One-Click zuzulassen und für Kritik die Barriere höher zu legen. Einen kritischen Kommentar zu schreiben, kostet ja mehr Aufwand.

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